Der 81-jährige Australier hat erneut einen Rekord aufgestellt. Er erreichte nach 455 Tagen auf See seinen Ausgangshafen an der Westküste Australiens und ist somit der älteste Mann, der die Welt umsegelt hat. Im November 2019 machte er sich für geschätzte 10-12 Monate auf den Weg, um in mehreren Etappen um den Globus zu segeln.

Mit seiner »Perie Banou II«, einer Fremantleiner S&S 31 aus dem Jahr 1971, segelte er Richtung Westen los und überquerte den Indischen Ozean. Er rundete das Kap der Guten Hoffnung, segelte über den Atlantik in die Karibik und von den British Virgin Islands erreichte er durch den Panamakanal den Pazifik. Auf dem Weg zurück nach Australien gab es einen Zwischenstopp auf Tahiti, dem die letzte Etappe Richtung Heimat folgte.

Die Route der 11. Weltumseglung von Jon Sanders:

 

Durch die Corona-Pandemie verzögerte sich der Reiseplan, da die Einreise- und Quarantänebestimmungen der verschiedenen Länder viel Zeit in Anspruch nahmen. Die verlorene Zeit zeigte sich im Wetter wieder, Sanders konnte die saisonbedingten Großwetterlagen schlecht nutzen und war den prekären Bedingungen ausgesetzt. Seine Bordelektronik zog sich nach mehreren Stürmen starke Schäden zu. So musste der Routinier seine letzte Etappe zurück nach Australien altmodisch und abenteuerlustig mit Papierkarte und Sextant meistern.

»Nicht viel Schifffahrt und Fischerei, das ist gut für die Wasserproben«

Sanders ging es bei dieser Weltumrundung nicht nur darum, einen Rekord zu brechen. Viel wichtiger ist es ihm, auf die Verschmutzung der Ozeane aufmerksam zu machen. »Ich habe viele Nonstop-Rekorde aus der Vergangenheit, aber diesmal werde ich insgesamt acht Häfen unterwegs anlaufen und die Proben abgeben«, schildert der Weltumsegler vor seiner Reise gegenüber Rolly Tasker Sails. Um den katastrophalen Zustand der wichtigen Lebensräume zu verdeutlichen, nahm der Australier unterwegs 214 Wasserproben, welche nun von der Curtin University in Australien wissenschaftlich untersucht werden. Damit möchte das Projekt »No Plastic Waste« aufzeigen, wie es um Plastik und Mikroplastik in entlegenen Teilen der Weltmeere steht. Die Route passt: »Nicht viel Schifffahrt und Fischerei, das ist gut für die Wasserproben«, erklärt Sanders.

»Es macht mir nichts aus, mit mir alleine zu sein«

Die Törns des Vollblut-Hochseeseglers könnten beeindruckender nicht sein: Jetzt beendete er seine 11 Reise um die Welt. Drei davon absolvierte er non-stop, wobei er von 1986 bis 1988 einen Rekord aufstellte, da er ohne Zwischenstopp um die 71’000 Seemeilen alleine auf See verbrachte. Ganze 658 Tage war er dabei unterwegs. Zu Rolly Tasker Sails sagte der Held der 7 Weltmeere: »Es macht mir nichts aus, mit mir alleine zu sein. Einzelhaft wäre also wohl keine große Strafe für mich.« Doch auch Gesellschaft habe er gerne, so segelte er auch Regatten mit Mannschaft. Weiter zeigen seine Logbücher, dass er einer von nur 7 Skippern ist, der gegen den Wind non-stop die Erde umsegelte.

Für seine herausragenden Leistungen wurde Jon Sanders Anfang 2020 der »Lifetime Award« des Ocean Cruising Club verliehen.

Ob der junge Herr nochmals seine Segel hisst und sich auf den Weg um den Globus macht? »Sag niemals nie« sind die Worte von Jon Sanders höchstpersönlich zu dieser Frage.