Blöcke gehören zu den wichtigsten Beschlägen eines Schiffes. Daher haben wir ihnen bei Pandablue eine eigene Kategorie gewidmet: Blöcke & Rollen. Die Welt der Blöcke ist riesig und vielfältig, da verliert man schnell den Überblick, was man eigentlich braucht und worauf man achten sollte. Und es gibt keine Universallösungen. Darum erklären wir dir hier, welcher Block wo zum Einsatz kommt.

Zuerst definieren wir 3 verschiedene Lager-Gruppen:

Blöcke mit Kugellager

Muss es schnell gehen? Dann sind Blöcke mit einem Kugellager die ideale Lösung. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen minimalen Reibungswiderstand aufweisen, gleichmäßig und schnell drehen. Sie eignen sich für alle Einsätze, in welchen Leinen oft und schnell bewegt werden müssen. Die Arbeitslast der Kugellager-Blöcke ist meistens etwas tiefer, da die Belastung der Kugeln, je nach Typ, limitiert ist. Kugellager-Blöcke werden idealerweise bei Flaschenzügen eingesetzt.
Einsatz: Für Umlenkungen aller Schoten 

Blöcke mit Gleitlager

Ein Gleitlager kann im Gegensatz zum Kugellager, in der der Regel höhere Lasten aufnehmen, da sich die Last beim Gleitlager auf einer grossen Fläche verteilt und nicht punktuell eine Kugel belastet wird. Gleitlager-Blöcke kommen bei hohen und statischen Lasten zum Einsatz. Also bei Leinen, die nicht so oft bewegt werden, wie zum Beispiel beim Grossfall, da wird das Segel in der Regel einmal pro Tag gehisst und wieder geborgen.
Einsatz: Für Umlenkungen der Fallen, Backstagen, Niederholer

High Load Blöcke

Beim High Load Block ist der Name Programm! Die Blöcke bestehen oft aus Hightech Materialien und werden bei speziell hohen Lasten eingesetzt. Ein High Load Block kann z. B. eine Kombination aus einem Gleit- und einem Kugellager sein oder mit einem Nadellager versehen sein. Das Nadel- oder Walzenlager, kann höhere Lasten als ein Kugellager aufnehmen (die Last wird auf eine längliche Walze übertragen, nicht auf eine punktuelle Kugel), läuft jedoch bedeutend leichter als ein Gleitlager.
Einsatz: Auf Regattaschiffen, für Schoten, Fallen, Backstagen, Achterstag etc.

Diese Lager in den Blöcken können beim Kauf eines Blockes von dir gewählt werden. Weiter musst du wissen, welche Art von Block du überhaupt brauchst. Denn es gibt sie in vielen verschiedenen Formen und sie werden auch unterschiedlich eingesetzt. 

Einfacher Block

Der Einfachblock wird für alle Umlenkungen eingesetzt. In Kooperation mit einem Block mit Bügel, kann auch ein Einfacher Flaschenzug gebaut werden.
Einsatz: Diverse Umlenkungen

Violinblock

Doppelter-, Dreifacher- und Violinblock

Diese Blöcke werden für Mehrfach-Flaschenzüge eingesetzt. Je nach Platzbedarf wird mit einem Violinblock (Rollen in Serie, hintereinander) oder mit Mehrfach-Blöcken mit parallelen Rollen gearbeitet. Der Violinblock hat gegenüber dem Mehrfach Block den Vorteil, dass sich der Flaschenzug weniger schnell verdreht, platzsparender ist und die Belastung gleichmäßiger ist, da sich die Rollen in Serie befinden. Der Nachteil ist, dass die zweite und oder dritte Rolle deutlich kleiner sind als die erste, was einen höheren Reibungswiderstand bewirkt.
Einsatz: Alle Flaschenzüge, wie z. B. eine Großschot.

Blöcke mit Bügel

Am Bügel der Blöcke kann das Ende einer Leine befestigt werden. Sie kommen jeweils bei Flaschenzügen zum Einsatz. Der Vorteil ist, dass sich der Fixpunkt der Leine direkt am Block befindet und kein zusätzlicher Anschlagpunkt notwendig ist.
Einsatz: Flaschenzüge

 

Rätschblock

Rätschblock

Der Rätschblock ist mit einem Freilauf versehen, welcher blockiert werden kann. Ist die Rätsche eingeschaltet, dreht sich die Rolle nur in eine Richtung, was die Haltekraft deutlich erhöht. Oftmals kann, dank eines Rätschblocks, auf eine schwere und teure Winsch oder einen Flaschenzug, verzichtet werden.
Einsatz: Umlenkungen für Schoten und Leinen, welche direkt durch die Hand geführt werden (ohne Winsch). Oft auf Jollen und Katamaranen

Stehblock

Der Stehblock wird für vertikale Umlenkungen auf dem Deck eingesetzt. Leinen, welche vom Deck zum Mast geführt werden. Es gibt fixe, unbewegliche Stehblöcke und solche die mittels einer Feder aufrecht gehalten werden. Diese werden in der Regel mit  einem Bügel montiert und haben den Vorteil, dass sie beweglich sind und sich dem Zugwinkel der Leine anpassen, jedoch bei entlasteter Leine immer in die Aufrechte Position zurückkehren.
Einsatz: Umlenkungen am Mastfuss (Fallen), Backstagen, Diverse Umlenkungen an Deck

 

Schraubblock

Der Schraub- oder Seitenblock wird in liegender Position auf dem Deck, am Mast oder Baum montiert. Er dient der horizontalen Leinenführung. Je nach Zugwinkel, muss der Block mit einem Keil unterlegt werden, da sich dieser nicht dem Winkel der Leine anpasst.
Einsatz: Umlenkung der Reffleine am Grossbaum, diverse horizontale Umlenkungen an Deck

Umlenkringe / Loops

Hierbei handelt es sich um Blöcke ohne Rolle. Sie sind sehr klein und können enorm hohe Lasten aufnehmen. Da sie ohne drehende Teile auskommen, sind sie komplett wartungsfrei und haben eine sehr lange Lebensdauer. Der Nachteil liegt auf der Hand, der Reibungswiderstand ist sehr hoch, vorallem wenn die Umlenkung der Leine über 90° ist. Eingesetzt wird der Block dort, wo wenig Platz vorhanden ist und nur für die Aufnahme von statischen Lasten.
Einsatz: 2:1 untersetzte Fallleinen, Backstagen, Barberholer, Umlenkung am Mastfuss

Schnappblöcke (Spezialblöcke)

Unter “Spezialblöcke” findest du diverse spezielle Blöcke, wie zum Beispiel Einbaublöcke für Masten und Bäume, Drahtseilblöcke und sehr kleine Blöcke. Der Wichtigste dieser speziellen Blöcke ist jedoch der Schnappblock. Dieser ist nur als einfacher Block erhältlich, seine Spezialität ist jedoch, dass der Block geöffnet werden kann. Eine Seite (Wange) des Blocks lässt sich mittels Verschluss öffnen und kann in eine bereits montierte und gespannte Leine eingepickt werden. Somit wird er zum temporären und mobilen Block an Bord.

Denke immer an die Lasten!

Auf die Blöcke wirken je nach Einsatz starke Kräfte, die man nicht vernachlässigen darf. Für die richtige Installation und den korrekten Einsatz eines Blockes, müssen diese Kräfte berücksichtigt werden, damit man den entsprechenden Block einsetzen kann. Die Lasten, welche ein Block tragen muss, verändern sich je nach Winkel der Leine:

Einfallende Winkel

Denke immer an die Lasten!