Jean-Baptiste Daramy, der 2018 bei der Route du Rhum den 10. Platz und 2019 den 15. Platz an der Transat Jacques Vabre belegte, hat viele Anekdoten über seine verschiedenen Einhand-Regatten zu erzählen.

Auf eine Frage der Webseite Regate.com, antwortet der 41-jährige Franzose mit einer Erinnerung an eine erstaunliche Erfahrung auf dem Wasser: «Ich erinnere mich daran, dass ich eines Tages auf See etwas wirklich Ungewöhnliches gesehen zu haben. Ich kam aus Portugal und erreichte Cap Finisère. Es war während meiner Morgenschicht. Über dem Meer war es dunkel, der Himmel tiefgrau. Die Sonne ging in einem orangefarbenen Heiligenschein langsam auf. Die Strahlen überflogen die Wasseroberfläche - und da sah ich einen weissen Fleck. Aus Reflex schnappte ich mir das Ruder. Und ich beobachtete. Was für eine Überraschung, als ich sah, was es war: Ein großer, makelloser Kühlschrank schwebte im Wasser. Ich habe mich wirklich gefragt, wie er dorthin kam.»

Erstaunliche Begegnungen mit Meerestieren

Jean-Baptiste Daramy erinnert sich auch daran, dass er während der Les-Sables-Horta-Les Sables in der Klasse 40 eine «imposante Bekanntschaft» machte, als er sich in Gesellschaft eines Wals befand. Auch wenn er durch ein Gebiet segelte, wo Wale häufig zu sehen sind, war er überrascht, als er sah, wie plötzlich einer von ihnen aus dem Wasser auftauchte.«Ich habe nur knapp seinen Rücken gesehen, aber das waren schon 3 Meter - dann stellte ich mir die Masse vor, die untertauchte. Das war eine intensive Begegnung - auch weil es beinahe zu einer Kollision kam...» 

Ein anderes Mal war es ein Pottwal, der Spass daran hatte, mit seinem Boot zu spielen: «Plötzlich tauchte er unter und ich sah in zwischen Ruder und Kiel vorbeischwimmen. Da stellte ich fest, dass ein 6,5 Meter Boot neben einem Pottwal wirklich klein ist: Er war doppelt so groß, wie das Boot! Ich dachte, er würde alles zerschmettern. Ich glaube, ich habe vor Angst geschrien. Mit einem einzigen Schrei beleidigte ich ihn und er ging, ohne sich umzusehen. Ich gebe es zu, das Adrenalin stieg schnell an! Wahrscheinlich, weil ich die Kontrolle nicht hatte und weil ich im Falle eines Aufpralls auf grosse Schwierigkeiten gesteuert wäre. Ich erinnere mich daran, dass ich auf dem Deck, mit dem Ruder in der Hand wie eingefroren war - so wartete ich auf eine Katastrophe! Aber dazu ist es nie gekommen und ich holte tief Luft, völlig fassungslos.» 

Ein Tipp und ein komischer Geruch

Im selben Interview teilt Daramy einen Tipp, den er von Erwan Tabarly, dem Neffen von Éric hatte, um die Hände, eines der wichtigsten Organe an Bord, zu schützen: Creme auftragen und ein Paar trockene Handschuhe aufsetzen. «Mit diesem Umschlag auf der Haut sind morgens die Schmerzen verflogen. Ich mache das regelmäßig: wenn ich aufwache für 20 Minuten mit einem Paar Handschuhen, die ich trocken halte und nur dafür verwende.»

Der Skipper erinnert sich noch an eine weitere Anekdote, die sich auf einen Geruch bezieht. Dies geschah bei seinem ersten Solo-Transatlantik-Rennen: «Jedes Mal, als ich in die Kabine kam, roch ich einen fischigen Geruch. Ich dachte, dass es von mir kam und dachte, dass dies nach einigen Tagen auf See vielleicht normal wäre. Ich wusch mich mit Meerwasser und betrat ganz sauber die Kabine - aber da war wieder dieser Duft! Tatsächlich fand ich später heraus, was es war. Es war ein Fliegender Fisch, der in meinen Netzen in der Kabine am austrocknen war.»